Atelier M. & E.
 

Über den Künstler M45

   

M45 wurde 1963 in Deutschland im Weserbergland in Niedersachsen geboren und kam erst nach anderen berufliche Wegen zur Malerei. Er ist ein Autodidakt der abstrakt-experimentellen Art und nicht nur einen ersten flüchtigen Blick wert. Nimmt man sich die Zeit in seine Bilder einzutauchen, entdeckt man in ihnen ungeahnte Details. Wenn man will - sogar ganze Geschichten?

Kurz erwähnt sei, dass sein Leben tragisch begann. Er verlor im Jahr 1965 im kurzen Abstand beide Eltern. Dies ist vielleicht ein Grund warum er sich, im landwirtschaftlichen Umfeld herangewachsen, intellek-tuell zum Freidenker entwickelte und es ihn schnell in seine persönliche Unabhängigkeit zog. Nach bestandener Fachhochschulreife arbeitete M45 zunächst im Bereich des Immobilienbaus /-vertriebs. Doch dies ist nur die bodenständige Seite des Künstlers. 

Zufällige Begegnungen, wie sie manchmal im Leben passieren, führten zu Lebenserfahrungen, die nicht jeder selbstverständlich machen kann oder möchte. Nach einer Spezialausbildung seiner physischen und psychischen Begabungen, verbrachte M45 einige Jahre seines Lebens auf dem afrikanischen Kontinent. Dort schützte er nicht nur viele Menschen in gefährlichen, lebensbedrohlichen Lagen sondern rettete sie auch „sicher“ aus diesen Situationen. Diese Zeit prägte ihn nachhaltig. Er wurde zum überzeugten Verfechter für Menschenrechte und den Umweltschutz. Er beschreibt sich selbst auch als „Umwelt-Pirat“, da er in jüngeren Jahren aktiv gegen die Methoden des Walfang eintrat.

Allerdings gibt es auch noch M45, den „Connaisseur“. Diese Seite seiner selbst ist vielseitig. Da wären zum einen sein Faible für schöne Dinge, edle Kreationen und sein ästhetische Gespür zu nennen und zum anderen seine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte, Literatur und der Philosophie. Somit ist es insgesamt sehr leicht auch die gedankliche Brücke zu schlagen, dass seine Liebe zur Kunst schon immer bestand.

2016, so berichtet er, erfolgte die Transformation vom Maler (Anstreicher) zum Maler (Künstler). In einer Pause im Garten bearbeitete M45 aus Renovierungsfrust eine alte Zimmertür nicht gerade zartfühlend mit den Resten der Wandfarbe und vervollständigte dieses erste abstrakte Bild mit weiteren Farben. Zwei zufällig vorbeikommende Spaziergängerinnen erkundigten sich, wer das „Bild“ gemalt hätte und ob er der Künstler sei. Unglaublich, aber wahr – die beiden begeisterten Damen kauften M45 das Bild (die Zimmertür) spontan für ein paar hundert Euro ab.  „Da habe ich mich wohl mit dem Malerei-Virus infiziert“ ergänzt er süffisant lächelnd.


„Damals“, so sagt er, „dachte ich noch, dass habe ich doch nur ebenso zusammengeklatscht.“

Heute sieht er das jedoch aus einem völlig andere Blickwinkel: „Die Kunst als meine Retterin!“
Diese nicht gerade bescheidene Aussage erklärt sich damit, dass sein Leben ihm zwei Handicaps bescherte, die es dort zu etablieren galt: Sein rechtes Bein wurde am Unterschenkel amputiert und es wurde eine ADHS im Erwachsenenalter diagnostiziert.

Die psychische Konsequenz war eine Blockade des Zugriffs auf sein Wissen – eine belastende Erfahrung. Die physische Konsequenz war eine jahrelange, wahre Schmerz-Odyssee. Die unerträglichen Phantom-Schmerzen hatten M45 fest im Griff und bestimmten sein Leben. Der Schmerz manipuliert M45 vollständig, bis hin zu seinem Zeitempfinden:

Sekunden fühlen sich wie Minuten an - Minuten werden zu Stunden – Stunden zu Tagen !

Die Erlösung brachte der Neujahrstag 2020. Die Frau an seiner Seite, trat in sein Leben. So viel sei verraten, dass das „Drum prüfe wer sich ewig bindet“ bei den Beiden 3 Tage dauerte!!!

Während seine Frau, wie in der Zeit vor M45, alltäglich arbeitete, wurde er durch seine Handicaps gerade Frührentner. Er konnte sich zwar gut beschäftigen, fühlte sich jedoch nicht wirklich ausgelastet. Zur Hilfe kam der Garten, das schöne Wetter, diverse Dosen Lackfarben und ein altes ausgeblichenes Bild eines Leuchtturms – kurz der Vorschlag: „Warum malst Du nicht einfach draußen im Garten?“

So begann es: Er malte, kam in einen Flow und tauchte ein in sein Bild und tauchte nach ein paar Stunden wieder auf. Die Zeit verkehrte sich ins Gegenteil:

Stunden waren plötzlich Minuten – Minuten wurden zu Sekunden !

Und der Schmerz? Ja, er war noch da, verschwand nie wirklich, allerdings er war nun erträglicher, verschwand im Hintergrund und beherrschte nicht mehr M45 sondern M45 beherrschte den Schmerz.

Und die Kommentare zu seine ersten Kunstwerken: Ich weiß nicht was, aber sie haben etwas!

Der Künstler äußert sich eher zurückhalten und meistens selbstkritisch zu seine Bilder.
Wichtig ist ihm mitzuteilen, dass seine Bilder häufig Narben besitzen, die während ihrer Schaffung entstanden und somit Markenzeichen seiner Kunst darstellen. Darüber hinaus haben seine Bilder keine Namen. Der Betrachter soll selbst eintauchen und seine eigenen Interpretationen freien Lauf lassen. Ein Namen würde eine Vorbeeinflussung darstellen, die er nicht wünscht. Mehr gäbe es nicht hinzuzufügen.

Wir haben uns deshalb gemeinsam mit ihm dafür entschieden auch andere zu Wort kommen zu lassen (siehe unten). Eins ist zweifelsfrei, die nicht alltäglichen Lebens-erfahrungen lassen sich in vielen Bilder von M45 erahnen. Der Künstler betont jedoch immer wieder, dass er für eine unbestimmbare Zeit im Bild verschwindet. Danach kann er nur sagen: „Ich weiß nicht, wie ich das gemacht habe!“


Was sagen andere?

• „Dieses Bild ist für mich wie Meditation“ (Eigentümerin des Bildes M45-032)

• „Ich kann nicht genau in Worte fassen, was es ist, aber die Bilder haben etwas Besonderes.“ (Kommentar einer Ausstellungs-Besucherin)

• „Ich könnte stundenlang vor dem Bild stehen, und finde immer noch etwas Neues, was ich vorher nicht gesehen habe.“ (Kommentar von Freunden)

• „Warum ist der Lastwagen in diesem Bild?“ 

(Künstler und befreundeter Hausarzt, bei dem Bilder in wechselnder Ausstellung hängen, stellen sich mehr als eine halbe Stunde vor das Bild, da alle Patienten, ähnliche Kommentare über den Laster abgeben ….. endlich hatten auch sie den Bildausschnitt gefunden … )


Ausstellungen

22.10.2022 – 14.12.2022 Samtgemeinde Weser-Aue - Niedersachsen